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Jugendliche immer früher auffällig
11.08.2010
Diakonie Michaelshoven verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Anfragen im Bereich „Erzieherischen Hilfen“.
Am 12. August ist der internationale Tag der Jugend. Der gezielte Blick auf diese Bevölkerungsgruppen bietet jedoch Anlass zur Sorge: Immer mehr Familien müssen erzieherische Hilfen in Anspruch nehmen. Allein im Zeitraum von 2000 bis 2006 hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Anzahl der jungen Menschen im Alter bis zu 26 Jahren, die verschiedene pädagogische Hilfen und Förderungen erhalten haben, bundesweit um 11 Prozent (66.000) erhöht. Aus Sicht der Kinder-und Jugendhilfe der Diakonie Michaelshoven setzt sich dieser Trend weiter fort.
Anzahl der Anfragen steigt
Im Jahr 2009 erhielt die Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie Michaelshoven insgesamt 432 Anfragen, hauptsächlich durch die Jugendämter. In 254 Fällen betrafen die Anfragen Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren. In 178 Fällen wurden Hilfen für Kinder der Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren angefragt beziehungsweise in Anspruch genommen. Bereits im ersten Halbjahr 2010 hat sich die Gesamtzahl der Anfragen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum durchschnittlich um über 40 Prozent erhöht (1. Halbjahr 2009: 216 Anfragen/1. Halbjahr 2010: 304 Anfragen).
Jugendliche immer früher auffällig
Die häufigsten Anlässe für die Inanspruchnahme der Hilfeangebote waren familiäre Probleme, schulische Schwierigkeiten sowie Entwicklungsauffälligkeiten. „Es zeigt sich, dass die Jugendlichen immer früher auffällig werden“, sagt Günter Potthast, Geschäftsbereichsleiter der Kinder- und Jugendhilfe, „zum einen liegt es unter anderem an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, durch die sich die Situation vieler Kinder verschlechtert hat, zum anderen aber auch an einem intensiveren Blick der Jugendämter für Notlagen innerhalb der Familien.“
Überforderte Eltern
Häufig sei auch eine Überforderung der Eltern gegeben. Die Hilfeangebote betreffen hauptsächlich den stationären Bereich. Hier wird das Angebot häufig therapeutisch begleitet. „Generell ist die Zahl der Jugendlichen mit einer psychiatrischen Diagnose gestiegen“, sagt Günter Potthast. In den letzten Jahren betrafen die Anfragen noch in der Mehrzahl männliche Jugendliche. Dieser Trend hat sich verändert. In 2010 ist hingegen laut interner Anfragenstatistik fast ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern festzustellen.
Frühes Eingreifen hilft
„Wenn Auffälligkeiten im frühen Alter oder Stadium erkannt und behandelt werden, ist die Chance auf eine verbesserte oder normale Lebenssituation sehr groß“, so Günter Potthast. „Voraussetzung hierfür ist im Idealfall eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern.“
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