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Hilfen für Mädchen und junge Frauen mit Ess-Störungen
Ess-Störungen sind weitverbreitete psychosomatische Erkrankungen. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts ist etwa jedes dritte Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren von Symptomen der Ess-Störungen wie Anorexie (Magersucht) und Bulimie (Ess-Brechsucht) betroffen. Eine Diagnose der Erkrankung und deren psychotherapeutische Behandlung und pädagogische Begleitung ist nur mit fachlicher Hilfe möglich.
Wohngruppe im Alten Pfarrhaus
Die Diakonie Michaelshoven bietet im Auftrag der Jugendämter und in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Köln ein kompetentes Betreuungs- und Behandlungsangebot für Mädchen und junge Frauen mit diagnostizierter Anorexie/Bulimie an.
Um zu vermeiden, dass die Betroffenen nach dem Aufenthalt in einer Fachklinik und nach Rückkehr in die Familien wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen, wird von Therapeuten häufig eine Anschlussmaßnahme in der stationären Jugendhilfe empfohlen.
Für die Dauer des Aufenthaltes in der stationären Wohngruppe im Alten Pfarrhaus werden die Mädchen von einem multiprofessionellen Team der Diakonie Michaelshoven, bestehend aus Diplom-Sozialpädagogen/-innen, Heilpädagogen/-innen, Erzieher/-innen, Ökotrophologen/Ökotrophologinnen, Diätassistenten/-innen und einer Psychologin in ihrer Entwicklung begleitet und gefördert.
Gemeinsam mit den Mädchen und jungen Frauen sowie deren Eltern werden geeignete Maßnahmen zur Bewältigung ihrer persönlichen Krankheits- und Lebenssituation entwickelt, mit dem Ziel der erfolgreichen Rückführung in ihr familiäres Umfeld oder dem Wechsel in eine Anschlussmaßnahme im Verselbstständigungsbereich. Die Teilhabe an einem normalen, dem Alter entsprechenden, selbstbestimmten Leben wird angestrebt.
Durch die intensive pädagogische Begleitung in der Wohngruppe werden die in der Klinik erreichten Ziele zur Bewältigung der oft chronischen Ess-Störung weiter unterstützt.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Betreuung und Behandlung ist der Wille und Wunsch der Mädchen und jungen Frauen, sich mit den Hintergründen und den Veränderungsmöglichkeiten der Symptomatik zu befassen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und das Erlernen einer selbstverantwortlichen, sozial angemessenen Lebensführung sind notwendig, um die Integration der Betroffenen in Schule, Ausbildung und Beruf mit einer reellen Chance für die Rückkehr in ein normales Leben zu ermöglichen.
Die Wohngruppe bietet acht Plätze in vier wohnlich ausgestatteten Doppelzimmern, Gemeinschaftsräume, Küche und einen großen Garten. Das Haus steht auf dem Gelände der Diakonie Michaelshoven in Rodenkirchen mit direkter Verkehrsanbindung an die Kölner Innenstadt.
Ziele und Methoden:
- Individuelle Betreuung und Erziehungsplanung durch das Bezugspädagog/-innen-Prinzip
- Dem Alter entsprechend gestalteter Lebensraum
- Klar strukturierter Tagesablauf
- Förderung der Selbstständigkeit
- Stärkung der individuellen Fähigkeiten
- Entwicklung eines positiven Selbstbildes
- Vermittlung sozialer Kompetenz
- Sinnvolle und ausgewogene Freizeitgestaltung
- Schulische und berufliche Förderung
- Intensive Elternarbeit/regelmäßige Familiengespräche
- Gruppenpädagogische Angebote (z. B. Genussgruppe)
- Begleitung durch eine Ökotrophologin
- Medizinische und therapeutische Begleitung der Uniklinik Köln
Verselbstständigungsangebot
Im Anschluss an die Maßnahme im pädagogischen Intensivbereich der Wohngruppe im alten Pfarrhaus bieten wir für die Bewohnerinnen, die weiterhin eine essstörungsspezifische Begleitung benötigen,einen Verselbstständigungsbereich mit zwei Plätzen in unmittelbarer Nähe und in direkter Anbindung zur Wohngruppe an.
Abschließend besteht die Möglichkeit eines ambulanten Angebotes in der eigenen Wohnung.
Informationen
Die Diakonie Michaelshoven ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Ess-Störungen im Auftrag der Kommunalen Gesundheitskonferenz Köln, die eine Informationsbroschüre Ess-Störungen veröffentlicht hat.
Weiterführende Links:
Uni Klinik Köln, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Uniklinik Köln, Polyklinik für Psychosomatik und Psychotherapie

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