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Häusliche Gewalt nimmt in Köln zu – immer mehr deutsche und türkische Frauen suchen Hilfe in den Beratungsstellen der Diakonie Michaelshoven
24.11.2009
Rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren, haben körperliche oder sexuelle Gewalt - oder auch beides – durch ihren Partner mindestens ein- oder auch mehrmals erlebt. Dies zeigt die in 2004 veröffentlichte repräsentative Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland". Eine alarmierende Zahl, die nicht nur anlässlich des „Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November in das Zentrum der öffentlichen Diskussion geraten sollte.
Auch in Köln verzeichnen die Beratungsstellen „Der Wendepunkt“ der Diakonie Michaelshoven weiterhin steigende Zahlen. Rund 820 Frauen wurden im vergangenen Jahr beraten, davon über 500 Migrantinnen. Häufigster Strafbestand dabei ist die Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung, gefolgt von Bedrohung. Seit Gründung der Beratungsstelle vor 9 Jahren in Kalk ist die Zahl der Beratungsfälle von 180 auf über 840 Fälle gestiegen und hat sich damit fast verfünffacht. In der Jahresstatistik 2008 der Polizei und der Kriseninterventionsarbeit ist zudem die Zahl der Wiederholungsfälle gestiegen.
Oft werden Frauen, die Opfer von „häuslicher Gewalt“ sind, erst nach einem Polizeieinsatz aktiv und nehmen Beratungsangebote in Anspruch. Körperverletzungen sind der häufigste Strafbestand. Danach folgt die gefährliche Körperverletzung und Bedrohung. Auch die Straftaten zum Schutz der Ehre sind weiterhin sehr hoch. Türkische Frauen sind die größte Gruppe mit Migrationshintergrund, die Opfer von Gewalt werden und die Beratung von „Der Wendepunkt“ in Anspruch nehmen.
Die drei rechtsrheinischen Beratungsstellen „Der Wendepunkt“ in Porz Finkenberg, Mülheim und Kalk, bieten eine sofortige Unterstützung in persönlichen Notlagen an. Häufig werden die Opfer von der Polizei aufgenommen und an die Interventionsstellen weiter verwiesen.
„Was steigt, sind die Frauen, die sich Beratung zum Thema wünschen, bzw. von
der Polizei an uns vermittelt werden. Grundsätzlich gibt es aber einen Zusammenhang: je größer die Abhängigkeit der Frau von Ihrem Mann, desto größer ist die Bereitschaft, Gewalt bzw. widrige Umstände auszuhalten. Von daher ist Arbeitslosigkeit von Frauen und Verarmung von Familien einer der Umstände, die die Lösung aus einer Gewaltbeziehung deutlich erschweren.“ So erklärt Marina Walch von „Der Wendepunkt“ die steigenden Fälle.
Neben den Beratungsstellen und dem Beratungsbus gibt das Elisabeth-Fry-Haus für Frauen in akuten Notsituationen Schutz vor häuslicher Gewalt. Das Wohn- und Aufnahmeheim ist eine Unterkunft, das zeitlich begrenzt einen Raum des Schutzes für Frauen, auch mit ihren Kindern, anbietet.
Verfasserin: Melani Köroglu
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