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Wohnprojekt in Köln-Mülheim feierte Einweihung
20.07.2010
Die Jugend- und Behindertenhilfe Michaelshoven fördert gleichberechtigtes Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung im Stadtteil.
Am Freitag den 9. Juli, fand die Einweihungsfeier in der Markgrafenstraße/Langemaß statt. Insgesamt 28 Nutzer des Betreuten Wohnens finden hier zum Teil erstmalig die Chance ein unabhängiges und selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung zu führen.
Großes Interesse
Die Jugend- und Behindertenhilfe hat das Angebot eines Investors für behindertengerechtes Wohnen aufgegriffen und konnte hierdurch in dem neuen Wohnprojekt ein spezifisches Betreuungskonzept umsetzen. Ohne die Bereitschaft entsprechender Investoren wären integrative Wohnkonzepte für Menschen mit Behinderung in dieser Form nicht möglich.
„Das ist keine Selbstverständlichkeit“ berichtet Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer der Jugend- und Behindertenhilfe, „bis vor einigen Jahren gab es noch viele Vorbehalte, Unsicherheiten und Absagen von Investoren in Köln und Umgebung. Hierzu gehört viel Aufklärungsarbeit.“
Bedarfsgerechte Betreuung
Das innovative barrierefreie Angebot wurde so stark angenommen, dass aus den anfänglich fünf Interessierten inzwischen 28 Nutzer des Betreuten Wohnens geworden sind, und es weitere Anfragen gibt. Hier leben Menschen, die z. B. zu außergewöhnlichen Tageszeiten sowie in der Nacht Begleitung benötigen. Bei Bedarf der Mieter und mit Zustimmung der Kostenträger können bis zu 24 Stunden Betreuung angeboten werden.
Für einige Mieter stellt das Betreute Wohnen in Mülheim eine echte Alternative zu stationären Wohnformen dar. Durch Ansprechpartner vor Ort, die Mietergemeinschaft und die soziale Anbindung im Stadtteil wird der Vereinsamung der Menschen vorgebeugt.
Zitate der Mieter:
- Elke Probsdorfer: „Ich lebte vorher in einer Wohngemeinschaft, ich wollte selbstständiger leben und trotzdem Ansprechpartner haben. Jetzt habe ich hier meine eigenen vier Wände und bin sehr viel selbstständiger.“
- Michael Schucht lebte vorher in Meschenich: „Dort hatte ich keine Kontakte zu Nachbarn. Hier kenne ich fast alle aus dem Haus. Mit meinem direkten Nachbarn grille ich oft auf der Terrasse.“
- Frau Kirmizi: „Bevor ich hier hingezogen bin, habe ich bei meiner Familie gewohnt. Aber ich wollte auf eigenen Füßen stehen, denn ‚selbst ist die Frau‘."
Hintergrund:
Die JBM betreut über 500 Menschen mit Behinderung in ambulanter und stationärer Betreuung und folgt mit der Umsetzung von Wohnverbünden dem sozialpolitischen Auftrag zur Schaffung adäquater Versorgungsstrukturen für Menschen mit Behinderung. Zu den bisher sechs Wohnprojekten in Köln und Umgebung sind weitere in Planung.

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