Nüztliche Hinweise zur Nutzung dieser Seite.
Seitenübergreifende Navigation
Logo: Geschäftsbereich Senioren Logo: Diakonie Michaelshoven
Navigationspfad und Hilfsmittel
Navigation
Rechte Spalte - Weiterführende Informationen.

Ansprechpartner

Haben Sie weitere Fragen zur Ambulanten Pflege? Kontaktieren Sie uns!

Ambulante Pflege Michaelshoven
Thomas Dempwolf (Leiter)
Michaelshovener Straße 10
50999 Köln
Tel: 0221 353035
E-Mail an Herrn Dempwolf schreiben
Mittlere Spalte - Inhaltsspalte.

Prüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen

„Wir werden am 22.01.2009 im Auftrag der Landesverbände der Pflegekasse in Nordrhein eine Qualitätsüberprüfung gemäß § 112 i.V. mit §114 SGB XI in Ihrer Einrichtung durchführen.“

Überprüfung der Pflegequalität
So lautete die einfache Faxnachricht die am 21. Januar 2009 im Büro der Ambulanten Pflege einging. Die Bedeutung der Nachricht war schnell klar: Der Medizinische Dienst der Krankenkassen, kurz MDK, kündigte sich für den nächsten Morgen, 9.00 h an, um die Pflegequalität der Ambulanten Pflege Michaelshoven (APM) zu überprüfen.

Aufgeregtheit
Als Leiter des Pflegedienstes sollte ich eine solche Prüfung in den 16 Jahren meiner Tätigkeit zum ersten Mal erleben. In den Jahren seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 wurden viele Pflegedienste hauptsächlich anlassbezogen geprüft, die Routineprüfung erfolgte nur selten. Einer solchen Routineüberprüfung sollte sich nun auch die Ambulante Pflege Michaelshoven stellen. Obwohl gut gerüstet in Sachen Qualität der Pflege und Kundenzufriedenheit ließ der Gedanke an möglich Auflagen, Nachprüfungen und Sanktionen mein Herz schneller schlagen und ich verbrachte eine unruhige Nacht, die mich an die Zeit meiner Abiturprüfungen erinnerte.

Prüfung im Januar 2009
Der Morgen des 22. Januar 2009 kam so schnell und es versammelten sich viele Menschen in meinem Büro: 3 Fachkräfte des Medizinischen Dienstes sowie das gesamte Leitungsteam der Ambulanten Pflege, bestehend aus den Teamleitungen Ursula Wehner und Frank Bijl, dem Qualitätsbeauftragten Dieter Kappelmann und mir als Gesamtverantwortlichen des Dienstes.

Dokumente, Daten und Formulare
Nach einer Vorstellungsrunde und einigen einführenden Worten der Prüferinnen zum Ablauf des Tages, begann die Prüfung. Schon von Beginn an war eine sachliche und angenehme Atmosphäre zu spüren, ruhig forderten die MDK-Mitarbeiterinnen sehr viele verschiedene Dokumente an. Belege zur Häufigkeit von Dienstbesprechungen oder Fortbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden genauso benötigt wie Belege, dass Pflegeberatungsgespräche nur von speziell geschulten Fachkräften ausgeführt werden. Dienst-, Urlaubs- und Tourenpläne wurden zur Kontrolle der Struktur des Dienstes vorgelegt, Dokumente aus dem Qualitätshandbuch gesichtet. Trotz meines Wissens, dass wir in Sachen qualitativ hochwertiger Pflege gut vorbereitet sind, war es schön für mich zu erleben, wie reibungslos wir die benötigten Daten und Formulare vorlegen konnten. Kritische Rückfragen von Seiten der Prüferinnen kamen selten.

Besuch bei Kunden
Parallel zur Prüfung in meinem Büro, wählte eine der MDK-Mitarbeiterinnen aus einer Liste 7 Kunden der APM aus. Nachdem Ursula Wehner die telefonische Erlaubnis der Kunden zum Hausbesuch eingeholt hatte, besuchte die Prüferin mit Frau Wehner die ausgewählten Menschen. An dieser Stelle geht mein Dank an alle Kunden und Angehörigen, die uns bei dieser Prüfung dadurch unterstützt haben, dass sie diese Hausbesuche zuließen.

Zusammentragen der Ergebnisse
Bis zum Mittag waren die Besuche sowie die Erhebungen in meinem Büro abgeschlossen. Zur Mittagszeit trugen die Mitarbeiterinnen des Medizinischen Dienstes die Ergebnisse der Abfragen und Hausbesuche zusammen, dabei sichteten sie auch die Pflegeakten der besuchten Menschen kritisch. Während dieser „Stillarbeit“ beantwortete ich die Nachfragen der Kollegen aus anderen  Einrichtungen der Diakonie Michaelshoven die an diesen Tage mit unser fieberten, mittlerweile in guter Stimmung.  

Abschluss der Arbeiten
Nach ca. 4,5 Stunden waren alle Arbeiten abgeschlossen und der oben beschriebene Kreis setzte sich zum Abschlussgespräch zusammen. In weiterhin sehr angenehmer Atmosphäre fassten die Prüferinnen die Ergebnisse ihrer Arbeit zusammen.

Sie werden sich natürlich fragen: Gab es Kritische Anmerkungen an der Arbeit der Ambulanten Pflege? Ja, die gab es.

Verbesserungsvorschläge
Die Umsetzung eines nationalen Expertenstandards zur Vermeidung von Stürzen älterer Menschen in die schriftlichten Arbeitsbeschreibungen der APM wurde eingefordert. Auch ein fehlender „prospektiver Fortbildungsplan“ wurde von den MDK-Mitarbeiterinnen beanstandet. Bislang hatte ich den Mitarbeitenden der Ambulanten Pflege freigestellt, welche Fortbildungen aus dem umfangreichen Katalog der Seniorendienste sie besuchen wollten. Hier forderte der MDK schon vorab eine schriftliche Planung von mir, welche Mitarbeiter in der Zukunft welche Fortbildung besuchen sollen. Als nächster Punkt wurde beanstandet, dass Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes zu bestimmten Hygienethemen nicht nur in den Plänen der Einrichtung berücksichtigt werden, sondern auch im Originaltext den Mitarbeitenden bekannt gemacht werden müssen. Die Empfehlungen lagen nicht im Originaltext vor.

Pflegedokumentation
Neben diesen Anforderungen an die Struktur der Einrichtung wurde auch die Pflegedokumentation geprüft. Wenn ich ehrlich bin, hat mir dies im Vorfeld die meisten Sorgen bereitet. Hier müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagtäglich an einem Strang ziehen, die Pflegedokumentation ist nur so gut wie jeder einzelne der mitarbeitenden Menschen. Dies macht Pflegedokumentation zu einem Problem vieler Pflegeeinrichtungen. Unsere Pflegedokumentation wurde zu meiner Erleichterung nur in sehr wenigen Punkten beanstandet. So waren im Informationsblatt manche Daten nicht immer eingetragen, auch konnte ich auf diesem Blatt nicht nachweisen, dass alle Erstgespräche bei Aufnahme von einer Fachkraft geführt wurden. Dies hat mich sehr geärgert, da ich diese Besuche zumeist selber mache oder andernfalls durch fachlich geeignete Mitarbeiter erledigen lasse. In wenigen Einzelfällen fanden sich auch Lücken in der Dokumentation, in der Überprüfung von Maßnahmen oder Zielen, in der Nachvollziehbarkeit der Planung im Bereich von Vorsorgemaßnahmen bei Sturz oder Wundliegen. Abgesehen von diesen Einzelfällen war die Pflegedokumentation gut.   

Positive Ergebnisse
Mit Freude hörte ich im Abschlussgespräch, dass alle befragten Kunden in einem guten Pflegezustand vorgefunden wurden, keiner der betreuten Menschen war Wundgelegen oder wies sonstige Schäden auf. Auch medizinische Behandlungen der älteren Menschen, beispielsweise die Gabe von Medikamenten, Verbände oder das Anziehen von Kompressionsstrümpfen, erfüllten die Anforderungen des MDK vollständig. Alle Befragten bezeichneten die Mitarbeiter als höflich und freundlich und gaben an, dass die Mitarbeiter genügend Zeit mitbringen. Deshalb zeigten sich die Kunden und/oder ihre Angehörigen in Einzelgesprächen mit den Prüferinnen zufrieden mit der Arbeit der Ambulanten Pflege Michaelshoven.

Dies war für mich ein schöner Abschluss dieses aufregenden Tages, denn alle Strukturen und Prozesse in der Ambulanten Pflege sind doch da, um den betreuten Menschen Wohlbefinden und eine liebevolle Versorgung immer wieder aufs Neue sicherzustellen.

Thomas Dempwolf
Leiter Ambulante Pflege der Diakonie Michaelshoven

Fußzeile.