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Diakonie Michaelshoven holt spanische Pflegefachkräfte nach Köln und Wesseling

19.07.2013

„Ziel der Initiative ist es, nicht nur die Versorgungsqualität in den deutschen Pflegeeinrichtungen zu sichern, sondern zugleich den spanischen Fachkräften eine Perspektive und einen sicheren Arbeitsplatz zu garantieren“, erklärt Jörg J. Schmitz, Geschäftsführer der Altenhilfe in der Diakonie Michaelshoven und einer der drei Vorstände der Care Trans Fair e.G.

Gründungsmitglieder der verbandsübergreifenden Genossenschaft sind neben der Kölner Diakonie Michaelshoven weitere in NRW ansässige große Träger wie die Diakonie Düsseldorf, die Diakonie Ruhr, die Diakonie Wuppertal oder die Seniorenhilfe der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel, aber auch kommunale Träger wie die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach.

Ausgesucht werden die Fachkräfte vom spanischen Kooperationspartner Janaworks in Valencia, gegründet von der Deutschen Corinna Heilmann, die beide Arbeitsmärkte kennt: „Während in Deutschland bereits jetzt händeringend nach gutem Fachpersonal gesucht wird, sitzen hier in Spanien sehr gut ausgebildete Altenpfleger auf der Straße, ohne Aussicht auf eine langfristige Arbeitsstelle“, so Heilmann.

25 dieser hoch qualifizierten Pflegefachkräfte werden derzeit mit einem fünfeinhalbmonatigen Sprachkurs an einer etablierten Sprachschule auf eine Arbeitsstelle in Deutschland vorbereitet. Alle verfügen über eine vierjährige Ausbildung auf Hochschulniveau. Rund die Hälfte von ihnen sind Männer. Bei der Auswahl der Fachkräfte arbeitet Janaworks eng mit der spanischen Schwesternkammer zusammen, der offiziellen Vertretung der Pflegekräfte.

Ankunft im Januar 2014
Bereits im Januar 2014 sollen die ersten Altenpfleger aus Spanien ihre Arbeit in den Senioreneinrichtungen der Diakonie Michaelshoven in Michaelshoven, Köln-Mülheim, Köln-Lindenthal und in Wesseling aufnehmen. „Viele sind es zunächst nicht“, betont Schmitz. Aktuell sei die Personalausstattung in den Pflegeeinrichtungen in Köln und Wesseling noch gut. „Aber die Problematik wird sich vielleicht rasant verschärfen, da ist es wichtig, qualitativ gute und ethisch akzeptable Lösungen vorbereitet zu haben“, so Schmitz.

Ihre Initiative haben die Genossen unter anspruchsvolle ethische Prinzipien gestellt. Schon vor Beginn des Sprachunterrichts haben alle Genossen den spanischen Kolleginnen und Kollegen eine Option auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten.

Intensive Vorbereitung und Begleitung
„Wichtig ist uns vor allem auch die intensive Sprachausbildung, so dass sie nicht nur die Fachsprache lernen, sondern sich anschließend auch alltagssprachlich gut ausdrücken können“, erklärt Schmitz. Mit erfolgreicher Sprachprüfung B2 ist dann ein Arbeitsverhältnis in einem Altenpflegeheim mit einem mindestens 80-prozentigen Stellenanteil sicher. „Alle Teilnehmer des Sprachkurses wissen bereits jetzt, bei welchem Träger sie ab Januar arbeiten werden“, erklärt Schmitz.

In Deutschland werden die Spanier dann zunächst mit einem vierwöchigen betriebsfernen Praktikum auf die deutschen Arbeitsverhältnisse vorbereitet, erhalten eine Einführung in Deutsches Sozialrecht und Fragen der Altenhilfe und werden bei der Wohnungssuche unterstützt. Für den Übergang werden Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Zudem begleitet eine Integrationshelferin der Genossenschaft die spanischen Pflegekräfte in den Einrichtungen der Diakonie Michaelshoven für mindestens ein halbes Jahr, um auch den kulturellen Einstieg gelingen zu lassen.

Care Trans Fair e.G. beabsichtigt, künftig pro Jahr auf eigene Kosten circa 25 bis 50 Pflegefachkräfte auf eine Arbeit in Deutschland vorzubereiten und zum Einsatz zu bringen.

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