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Aktuelles

Fachtagung in der Diakonie Michaelshoven zum Thema „Inklusion“

05.12.2014

Die Teilnehmer der Fachtagung forderten unter anderem mehr barrierefreien Wohnraum in Köln und einen intensiveren Gebrauch von Leichter Sprache.

Am Mittwoch, dem 3.12.2014, hat die Diakonie Michaelshoven eine Fachtagung zum Thema „Inklusion“ durchgeführt, zu der mehr als 140 Gäste aus Politik und der Sozialbranche kamen. Darüber hinaus nahmen zahlreiche Gäste teil, die aufgrund ihrer Behinderung ein persönliches Interesse an den Referaten hatten. Die Veranstaltung wurde von Helmut Frangenberg, Redakteur beim Kölner Stadt-Anzeiger, moderiert.

Zu Beginn las Gaby Köster aus ihrem Buch „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ vor und schilderte die Erfahrungen, die sie selbst als Mensch mit Behinderung sammelt. Einen Überblick über die UN-Behindertenrechtskonvention in Leichter Sprache gab Gertrud Servos, Inklusionspolitikerin im Landschaftsverband Rheinland und Vorsitzende des Landesbehindertenrat NRW. Im Anschluss wurden die drei Themenbereiche „Ausbildung und Beruf“, „Freizeit“ und „Wohnen“ anhand von Praxisbeispielen aus der Arbeit der Diakonie Michaelshoven vorgestellt.

Beispiele für aktive Teilnahme von Menschen mit Behinderung vorgestellt
Dabei wurde unter anderem das Integrationsunternehmen „fairstore“ vorgestellt, das in Köln vier Second-Hand-Läden betreibt, in denen Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigt sind. Die Diakonie Michaelshoven unterstützt darüber hinaus Menschen mit einer geistigen Behinderung dabei, durch ehrenamtliche Tätigkeit oder auch zahlreiche Freizeitangebote an gesellschaftlichen Ereignissen aktiv teilzuhaben.

Rege Podiumsdiskussion
Bei der abschließenden Podiumsdiskussion ging es um das Thema „Arbeit – Freizeit – Wohnen. Wie kann wirklich Teilhabe gelingen“. An der regen Diskussion nahmen unter anderem Elmar Lieser (GAG Immobilien Köln), Roswitha Stock (Agentur für Arbeit Köln) und Dr. Günter Bell (Behindertenbeauftragter der Stadt Köln) teil.

Aus der Diskussion ging hervor, dass die Stadt Köln zwar in vielen Bereichen Fortschritte in Richtung Inklusion macht, aber leider nach wie vor zu wenig Wohnraum für Menschen mit einer Behinderung vorhanden ist. Bezahlbare Wohnungen innerhalb des Stadtkerns sind für Menschen mit einer Behinderung kaum vorhanden.

Forderungen nach mehr Teilhabe
Weiterhin wurde kritisiert, dass zu wenige Informationen in Leichter Sprache angeboten werden. Dazu zählen besonders Formulare von Ämtern sowie Details zu gesellschaftlich relevanten Themen. Auch die Arbeitssuche ist mit Vorbehalten verknüpft, da Arbeitgeber von einer verminderten Arbeitsleistung ausgehen und daher oft nicht die Bereitschaft zeigen, Menschen mit einer Behinderung einzustellen.

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