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Fit für die „digitale Welt“ – Kinder und Jugendliche aus Michaelshoven schulen ihre Medienkompetenz

11.01.2017
Mehrere Jugendliche sitzen an einem Tisch in einem Seminarraum und schauen auf eine Wand, auf die eine Youtube-Seite projiziert ist.

Mobile digitale Welten – immer und überall. Was braucht man heutzutage als Kind oder Jugendlicher, um in diesen zu bestehen und wie können die nötigen Kompetenzen dazu vermittelt werden? Dieser Frage hat sich der Fachbereich Medienpädagogik der Kinder- und Familienhilfen Michaelshoven gGmbH gestellt und mit Hilfe einer externen Honorarkraft eine Schulungsreihe für die BewohnerInnen der trägerinternen Wohngruppen zum Thema „Medienkompetenzförderung“ angeboten.

Ziel sollte es sein, mit jungen Menschen eine Perspektive zu schaffen, wie sie für sich eine selbstbestimmte, kompetente und sichere Teilhabe am heutigen – oft digitalen – Leben erreichen können. Dazu gehört zwangläufig, dass man in der Lage ist, ausreichend über sein eigenes Handeln zu reflektieren und seine Umwelt bzw. sein eigenes Tun dementsprechend immer wieder von neuem kritisch hinterfragt.

Die Themen, die eine solche Schulung unbedingt beinhalten sollten, ergaben sich automatisch aus den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen. Nach einer Personenrecherche über die BewohnerInnen in den sozialen Netzwerken, wie Facebook, Snapchat, Instagram oder Twitter ect. durch die durchführenden Fachkräfte, traf man sich in einer lockeren und entspannten Atmosphäre.

Zu Beginn einer jeden Veranstaltung wurde sich erstmal besser kennengelernt. Eine Fragerunde zu dem Thema „Welche Medien nutzt Ihr und warum?“ bot sich dazu an und schnell wurde deutlich, dass die PädagogInnen und die BewohnerInnen der Gruppen gar nicht so unterschiedliche mediale Interessen haben. So konnte man sich z. B. auch darüber austauschen, welche Tricks es bei dem ein oder anderen Computerspiel gibt. Auch wurde besprochen, welche nützlichen Möglichkeiten es gibt, um z. B. seine Privatsphäreeinstellungen bei Facebook, WhatsApp und Co. sicherer zu machen und wo eventuell Kostenfallen und Viren im „world wide web“ lauern können. Immer wieder wurden in den Schulungen kleine Clips und Filme benutzt, um mit den Kindern und Jugendlichen über  Themen wie kritisches Mediennutzungsverhalten, Cybermobbing, Sexting, Hate-Speech, Fakeprofile, Cybergrooming, Datenschutz und Urheberrechte zu sprechen.

Der folgende Schritt war dann mit den Kindern und Jugendlichen Handlungsalternativen zu erarbeiten, wie man als junger und auch als erwachsener Mensch diesen Themen begegnen kann und was für Möglichkeiten es gibt, wenn man selbst davon betroffen ist. Mithilfe der zuvor recherchierten Ergebnisse zu den Profilen aus den sozialen Netzwerken der BewohnerInnen wurde sehr schnell deutlich, wie wichtig es ist, sein eigenes Profil in den Netzwerken regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls immer wieder neu anzupassen.

In den Schulungen ist es den durchführenden Fachkräften sehr gut gelungen, die alltagsrelevanten Themen der Jugendlichen aufzugreifen und ihnen eine Unterstützung zu bieten, damit sie sich in ihren Lebenswelten sicherer und kompetenter bewegen können. Es wurden viele neue Perspektiven eröffnet, die es einem jungen Menschen in unserer heutigen, manchmal sehr schnelllebigen Zeit erleichtert, sich selbst und seine Umwelt besser zu reflektieren. Neben allem pädagogischen Ansatz der Maßnahme hatten alle große Freude an den Veranstaltungen und es herrschte durchweg eine lockere und gelöste Stimmung. Das Feedback der BewohnerInnen zu den Schulungen und die eigene Reflektion der Fachkräfte machten sehr schnell deutlich, dass wir die durchgeführten Schulungen gerne zu einem festen Bestandteil unserer medienpädagogischen Arbeit machen möchten.

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Teilen des Zeitungs- und Autorenprojekts:

Franziska W. (Bewohnerin „WG-Flora“)
und Matthias Bathen (Mitarbeiter „Heilpädagogische Tagesförderung“)

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