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Haus Segenborn gibt Milchviehhaltung auf und setzt auf Mutterkühe

02.09.2013

Das Haus Segenborn, eine Einrichtung der Diakonie Michaelshoven für Wohnungslose im Oberbergischen Kreis, hat seine Milchviehhaltung eingestellt. Grund hierfür sind die Veränderungen in der Landwirtschaft und die daraus entstehenden wirtschaftlichen Nachteile bei der Haltung von Milchkühen. Stattdessen sollen künftig Mutterkühe gehalten und Färsen aufgezogen werden. Damit bleibt der angegliederte landwirtschaftliche Bio-Betrieb weiter erhalten, und auch der Bioladen verkauft seine Produkte wie gewohnt.

Das letzte Melken im Haus Segenborn
Etwa 120 Rindtiere, davon 50 Milchkühe wurden bislang auf der 104 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche gehalten. Durchschnittlich 260.000 Liter Milch flossen jährlich. Der gesamte Betrieb wird nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet und ist Mitglied im Bioland Verband. Die Produkte werden weiterverarbeitet und unter anderem im eigenen Bio-Laden auf dem Gelände von Haus Segenborn verkauft. Jetzt stehen Veränderungen an.

Die Veränderung war abzusehen. „Landwirtschaftliche Betriebe befinden sich generell in einer Umbruchsituation, wenn das Milchkontingent in 2015 fällt und sich die landwirtschaftlichen Betriebe noch stärker als bisher behaupten müssen“, sagt Susanne Hahmann, Geschäftsbereichsleiterin der Diakonie Michaelshoven im Oberbergischen Kreis. „Viele Betriebe reagieren darauf, indem sie die Tierhaltung ausweiten oder den Betrieb schließen,“ fügt sie hinzu.

Durch die Umstellung auf die Mutterkuhhaltung und der Aufzucht von Färsen ist sichergestellt, dass die Bewohner innerhalb der Einrichtung für Wohnungslose weiterhin einer Beschäftigung nachgehen können. „Hier leben 65 Menschen, die aufgrund von Armut oder Arbeitslosigkeit keine eigene Unterkunft mehr haben,“ sagt Susanne Hahmann. Durch die Angliederung an den landwirtschaftlichen Bio-Betrieb können die Bewohner im Haus Segenborn ihren Tag strukturieren und berufliche Fähigkeiten trainieren. Es bestehen weitere Arbeitsbereiche in der Haustechnik und der Hauswirtschaft.

Bild: Roger Marenbach ist seit 24 Jahren Mitarbeiter im Haus Segenborn. Am Mittwoch hat er das letzte Mal die Kühe gemolken.

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