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Inklusion: Erste Prüfer für Leichte Sprache in Köln ausgebildet

18.03.2013

Wer kennt sie nicht, die schwer verständlichen Texte von Behörden oder Ämtern, bei denen man nie genau weiß, was sie einem sagen wollen. Besonders schwer haben es dabei Menschen mit einer geistigen Behinderung oder Lernbehinderung, die sich durch die Texte durchkämpfen. Dabei würden kurze Sätze in einfachen Worten schon ausreichen. Das ist jedoch nicht immer so einfach, denn schwierige Zusammenhänge müssen erst mal in einfache Sprache übersetzt werden.

Schwierige Sprache verständlich machen

Diese Aufgabe übernimmt „Das Büro für Leichte Sprache Köln“. Die Agentur vereinfacht die Informationen von Ämtern und Behörden. Dabei arbeitet sie eng mit der Behindertenhilfe der Diakonie Michaelshoven zusammen. Nun wurden die ersten Prüfer für Leichte Sprache, also verständliche Sprache, ausgebildet.

Workshop zum Thema Leichte Sprache
Anfang März fand hierzu ein dreitägiger Workshop zum Thema Leichte Sprache statt, der gemeinsam mit der Behindertenhilfe der Diakonie Michaelshoven organisiert wurde. Zwei Tage in der Diakonie in Köln und ein Tag im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Bonn weckten bei neun Teilnehmern die Lust auf Leichte Sprache. Die künftigen Prüfer erlernten die Regeln für Leichte Sprache, Methoden zur Prüfung auf Verständlichkeit und den Aufbau der Bildsprache, machten sich mit den Arbeitsabläufen bei der Übertragung von schwerer in Leichte Sprache vertraut und gaben Anstoß für weitere Publikationen in Leichter Sprache.

Urkunden an die ersten Prüfer überreicht
Am 8. März haben die ersten Prüfer ihre Urkunden erhalten. „Das Thema Leichte Sprache wird im Rahmen der Inklusion immer wichtiger“, erklärt Dr. Bernd Heimbüchel vom Büro für Leichte Sprache Köln. „Die engagierte Zusammenarbeit mit den neuen journalistischen Kollegen von der Diakonie Michaelshoven hat uns alle weit vorangebracht und auch viel Spaß bereitet.“ Auch Ute Herbst, Geschäftsbereichsleiterin in der Diakonie Michaelshoven ist begeistert vom gelungenen Workshop: „Alle Teilnehmer haben engagiert mitgearbeitet. Man hat ihnen den Spaß geradezu angesehen.“

Teilnehmer/-innen
Monika Lehnen, Volker Schmitz, Heike Griesen, Elena Corbu, Elfie Bischof, Sonja Bruder, Dirk Stauber, Sarah Mambrini, Franziska Bergande

Betreuung
Monika Ruffert (Psychosozialer Dienst)  

Redaktion Heimbüchel
Nadine Müller, Ellen Sturm, Michele Gries, Dario Jürgens, Bernd Heimbüchel, Ute Heimbüchel www.leichte-sprache-koeln.de

UN-Konvention
Allgemeine Informationen sind ein maßgeblicher Bestandteil für die Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb hat die Bundesregierung die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im September 2011 in der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) umgesetzt. Ein entscheidender Bestandteil barrierefreier Publikationen ist seitdem die Verwendung des Standards „Leichte Sprache“. Seit Mitte 2012 setzen die ersten Behörden auf Landes- und Bundesebene ihre Informationen auch in Leichter Sprache um.     

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