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Steigende Fälle von häuslicher Gewalt und Stalking auch in Köln

17.10.2012

Im vergangenen Jahr ist in Nordrhein-Westfalen die Anzahl der Strafanzeigen aufgrund von häuslicher Gewalt und Nachstellungen um neun Prozent (insgesamt 25.073) gewachsen. Dies geht aus einer Stellungnahme des Innenministeriums vom 8. Oktober auf eine Anfrage der Abgeordneten Susanne Schneider (FDP) hervor. 

Steigerung von 10 Prozent
Der Wendepunkt, die Frauenberatungsstelle und Gewaltschutzzentrum der Diakonie Michaelshoven, mit drei Beratungsstandorten im rechtsrheinischen Köln, hat 2011 insgesamt 590 Fälle von häuslicher Gewalt und Stalking von den Polizeidienststellen weitergeleitet bekommen. „Die Prognose für 2012 lässt eine Steigerung von 10 Prozent erwarten“, sagt Marina Walch, Leiterin von „Der Wendepunkt“.

Verschiedene Gründe für Steigerung der Anzeigenzahlen
Der Zuwachs begründe sich zum einen dadurch, dass die Zusammenarbeit mit der Polizei in den letzten Jahren optimiert wurde. Dazu hat vor allem die Einführung des Gewaltschutzgesetzes vor zehn Jahren geführt, dass die Rechte der Opfer gestärkt hat. So hat die Polizei die Befugnis, gewalttätige Täter für zehn Tage aus der Wohnung zu verweisen, um so den Opfern häuslicher Gewalt unter anderem die Möglichkeit zu geben, rechtliche Schritte einzuleiten. Diese Maßnahmen fördern den Mut der betroffenen Frauen, die Täter anzuzeigen.

Beratung für Opfer häuslicher Gewalt
„Zu vermuten ist aber auch, dass die Fälle von häuslicher Gewalt wirklich steigen und nicht nur das Anzeigeverhalten. Das kann an der steigenden Armut, oder zum Beispiel auch an beengten Wohnverhältnissen liegen“, sagt Sylvia Arndt, Bereichsleiterin von „Die Sozialen Hilfen“, zu denen neben der Frauenberatungsstellen auch das Elisabeth-Fry-Haus, Frauennotaufnahme- und Wohnheim der Diakonie Michaelshoven zählt. Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt oder auch Nachstellungen geworden sind, haben einen  Anspruch auf Beratung. Die Beratung wird in mehreren Sprachen angeboten, um Sprachbarrieren zu vermeiden. „Aufgrund der steigenden Fallzahlen halten wir eine Ausweitung der Beratungstätigkeiten für notwendig“, sagt Sylvia Arndt.

„Der Wendepunkt“
Der Wendepunkt, mit drei Beratungsstandorten im rechtsrheinischen Köln (Kalk, Porz-Finkenberg und Mülheim), beinhaltet vielfältige Angebote für Frauen, Männer und Kinder nach häuslicher Gewalt oder Stalking . Der Wendepunkt ist gleichzeitig Kriseninterventionsstelle für alle Opfer häuslicher Gewalt im rechtsrheinischen Köln. Sie bietet im Rahmen eines Netzwerkes mit Polizei und Kommune Beratung im Bereich des Gewaltschutzes für Frauen und deren Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Im Rahmen des Gewaltschutzes werden auch Männer beraten, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Für besonders belastete Frauen nach häuslicher Gewalt bietet sie zusätzliche Beratung durch einen Psychologen an, der gegebenenfalls in Therapie oder psychiatrische Behandlung vermitteln kann.

Auch Kinder und Jugendliche erhalten Unterstützung
Neu ist seit Dezember 2011 die Kinder- und Jugendberatung, die sich an 4- bis 17-Jährige richtet, die die Partnergewalt ihrer Eltern miterlebt haben.  In Humboldt Gremberg und Köln-Mülheim werden zusätzlich wöchentlich Frauengruppen und Mutter-Kind-Spielgruppen für besonders belastete Frauen und Kinder angeboten. Die Beratung und Gruppenteilnahme sind kostenlos, vertraulich, geschützt und verlaufen unbürokratisch. Die Beratung kann telefonisch, per E-Mail oder in einem persönlichen Gespräch erfolgen. Die Beratungsstellen sind barrierefrei.

Multikulturelle Beratung
Das Team ist multikulturell besetzt, die Beratung ist in deutsch, türkisch, englisch, russisch und polnisch möglich.

Kontaktmöglichkeiten für Betroffene: Telefon: 0221 8209416 oder E-Mail: wendepunkt@diakonie-michaelshoven.de.

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