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Detroit in Köln-Finkenberg: Vernetzung und gegenseitiges Lernen

02.12.2019

Finkenberg / Gremberghoven - Das Thema bleibt an allen Orten gleich: Es geht um belebte Nachbarschaft. In Detroit, Köln, Turin, New Orleans oder auch Brüssel. Jeweils drei Städte in Europa und drei in den USA, wie Sozialraumkoordinator Jochen Schäfer berichtet. Zusammen mit Stadtplaner Günter Schlanstedt und Ehrenamtler und aktivem Bürger Hubert Röser ist er vor Kurzem in die USA, nach Detroit und New Orleans, gereist - finanziert und umgesetzt von der unabhängigen US-Stiftung German Marshall Fund.

Nun war mit Maria M. Galarza eine ähnlich umtriebige Stadtplanerin der Stadt Detroit zum Gegenbesuch in Köln - eine umfangreiche Tour durch Sozialräume und Stadt Köln inklusive. Auf dem Programm auch einige Orte im Stadtbezirk Porz: So besuchte Galarza auch die Lise-Meitner-Gesamtschule, das Jugendzentrum Rheinflanke und schaute sich im Stadtteil um.

Die Probleme und Themen Kölns und Detroits sind dabei ähnlich, gleichzeitig aber auch verschieden. In Detroit gehe es vor allem darum, die Menschen wieder zurück in die Stadt zu holen, so Maria M. Galarza. Nach dem Niedergang der Automobilindustrie hat sich die Einwohnerzahl von fast zwei Millionen auf rund 700.000 Menschen reduziert.

"Detroit war 2013 bankrott", berichtet die Stadtplanerin. Zeitweise sei es darum gegangen, überhaupt erst einmal für die Basics, wie Straßenbeleuchtung, zu sorgen. Ihr Fokus als Planerin liege darauf, die Lebensqualität wieder zu erhöhen. Viele der Bürger hätten das Vertrauen in die Offiziellen der Stadt verloren. Aber es gebe auch wieder mehr und mehr Positives: Künstler kämen nach Detroit und zögen wiederum Besucher an. Auch Unternehmen würden wieder mehr auf die Stadt im Norden der USA aufmerksam. "Wir haben ja viel Platz dafür in Detroit", berichtet Maria M. Galarza halb scherzend.

Bei der Tour durch Gremberghoven und Finkenberg sind Hubert Röser, sein Sohn Paul und Jochen Schäfer mit dabei. Mehrfach ist Maria M. Galarza begeistert vom Gesehenen: von der besonderen Mensa der Lise-Meitner-Gesamtschule, vom Sommercamp oder auch von den Jugendzentren. "Mr. Röser ist superaktiv hier", stellt sie fest.

Dieser ist erfreut darüber, wie schnell alle Beteiligten einen Draht zueinander gefunden hätten. Die Reise in die USA sei großartig gewesen, so Röser. Um Erreichtes, wie etwa die gute Vernetzung in Finkenberg erneut zu schätzen, aber auch, um neue Sichtweisen zu bekommen. Und auch für Maria M. Galarza gibt es einiges zu sehen, bevor es weiter nach Turin geht: Auch Chorweiler, die Diakonie Michaelshoven, zudem einige Dezernate der Stadt stünden auf dem Besuchsplan, so Sozialraumkoordinator Jochen Schäfer. Und auch das stellt sich heraus: Paul Röser, nicht weniger aktiv als sein Vater, verrät, dass er nach der Schule gerne als Journalist in den USA arbeiten wolle.

Text und Bild von Lars Göllnitz

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