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Ministerin Scharrenbach zu Gast in Michaelshoven
Am 11. August besuchte die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach gemeinsam mit den Vertreterinnen der Frauen-Union Rösrath die Diakonie Michaelshoven. Empfangen wurden die Gäste von den Vorständen Prof. Uwe Ufer und Rainer Schmidt und Architekt Daniel van Wesel.
Zum Auftakt des Besuchs standen die aktuellen Neubauprojekte auf dem Campus im Mittelpunkt. Bei einem Rundgang durch die Baustellen informierte sich die Besucherinnen über den Baufortschritt und die zukünftigen Angebote für Senioren sowie Menschen mit Behinderungen. Dabei entwickelte sich ein intensiver Austausch über die wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen sozialer Träger.
Besonders am Beispiel der Parkoase Michaelshoven wurde deutlich, welche Auswirkungen gesetzliche Vorgaben und bürokratische Anforderungen auf Baukosten und spätere Pflegekosten haben. Prof. Uwe Ufer erläuterte, dass Pflegeeinrichtungen heute einer Vielzahl unterschiedlicher Regelwerke, Genehmigungsverfahren und Dokumentationspflichten unterliegen. Allein für den Neubau wurden mehr als 600 Vorgaben und Regularien identifiziert, die Planung, Bau und späteren Betrieb beeinflussen. Diskutiert wurden unter anderem lange Genehmigungsverfahren, umfangreiche Bauvorschriften, Förderauflagen sowie Mehrkosten durch teilweise widersprüchliche Anforderungen verschiedener Behörden.
Im Anschluss stellten Prof. Uwe Ufer und Rainer Schmidt die Arbeit der Diakonie Michaelshoven vor. Sie gaben einen Überblick über die vielfältigen Angebote in den Bereichen Altenhilfe, Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung sowie berufliche Rehabilitation. Dabei wurde deutlich, welchen wichtigen Beitrag soziale Träger für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und vor welchen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen sie gleichzeitig stehen. Beeindruckt zeigte sich Ministerin Scharrenbach von der Haltung der Diakonie Michaelshoven: „Ich bin heute mit der Erwartung gekommen, vor allem ein Klagelied über die schwierigen Rahmenbedingungen zu hören. Stattdessen hat mich beeindruckt, wie wirtschaftlich, lösungsorientiert und zukunftsorientiert die Diakonie Michaelshoven denkt.“
Am Ende des Besuchs vereinbarten die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, den Dialog zwischen Politik und Praxis künftig weiter zu vertiefen. Gemeinsames Ziel ist es, Wege zu finden, Bürokratie abzubauen, Verfahren zu vereinfachen und Kosten zu reduzieren, ohne dabei die Qualität sozialer Leistungen zu gefährden. „Der direkte Austausch vor Ort ist wichtig, um die Auswirkungen politischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen in der Praxis sichtbar zu machen“, betonte Prof. Uwe Ufer.