Interview

Erreichbar trotz Corona-Pandemie

Sylvia Arndt zur Beratungsstelle Der Wendepunkt

Wer häusliche Gewalt erlebt oder gestalkt wird, braucht schnelle Hilfe und Unterstützung, um aus der unerträglichen Situation rauszukommen. In der Beratungsstelle „Der Wendepunkt“ in Köln-Mülheim stehen die Mitarbeiterinnen, trotz Corona-Einschränkungen weiterhin mit Rat und Tat Betroffenen zur Seite. Der Umzug kurz nach dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie, war lange geplant und wurde Anfang April durchgezogen. Ein Interview mit Sylvia Arndt, Geschäftsbereichsleiterin der Sozialen Hilfen.

Was war der Anlass für den Umzug der Frauenberatungsstelle "Der Wendepunkt" in die Danzierstraße?
Mit der Zeit wurden uns die bestehenden Räumlichkeiten zu klein, weil immer mehr Projekte hinzukamen, wie beispielsweise zuletzt das Wohnprojekt „Step 2“, in dem wir Frauen, die häusliche Gewalt erlebt haben, bei der Wohnungssuche in Köln helfen. Daher haben wir eine passende Immobilie gesucht, diese haben wir nun in der Danzierstraße gefunden.

Wie lange gibt es die Frauenberatungsstelle "Der Wendepunkt" schon?
Der Wendepunkt wird im November 20 Jahre

Wie groß ist das Team vor Ort in der Danzierstraße?
Insgesamt sind es sieben erfahrene Beraterinnen, Uns war es auch wichtig, dass wir verschiedene Sprachen abdecken, um die Beratungen auch für Frauen anzubieten, die wenig Deutschkenntnisse haben.

Wie ist die Beratungsstelle erreichbar?
Die Beratung wird mittlerweile bei Bedarf auch wieder vor Ort mit entsprechenden Hygieneschutzmaßnahmen angeboten

Welche Formen der Beratung werden jetzt in der Zeit der Corona-Krise angeboten?
Wir bieten weiterhin alle unsere Angebote an, sei es zur Häuslichen Gewalt, zu familiären Konflikten, aber auch zu Fragen zum Arbeitslosengeld oder anderen Sozialleistungen. Wir bemerken allerdings, dass Anfragen, die uns aktuell erreichen, von den Betroffenen noch dringlicher in der Bearbeitung geworden sind. Das bedeutet, dass die schon bestehenden sozialen Probleme sich mit den Ausgangsbeschränkungen potenzieren und die Betroffenen noch stärker nun treffen.

Befürchtet die Beratungsstelle einen Anstieg häuslicher Gewalt während der Coronakrise?
Aktuell verzeichnen wir noch keinen Anstieg an häuslicher Gewalt in unserer Beratungsstelle. Wir nehmen gerade Kontakt zu den Frauen auf, die bisher von uns betreut wurden und fragen nach, ob trotz der aktuellen Situation alles in Ordnung ist. Aber es ist nicht auszuschließen, dass es einen Anstieg an häuslicher Gewalt in der Zukunft geben kann.

Mehr Informationen zur Beratungsstelle „Der Wendepunkt“ findest Du hier.

Was Sie über häusliche Gewalt wissen sollten
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